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AVN 1000 below Berlin's Crowded Streets

(Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V., Juni 2009)

Aus drei Haltungen von insgesamt 271,50 m besteht der Neubau des Regenüberlaufkanals in der Nennweite DN 1000, den die Hans Lemme Hoch-, Tief- und Stahlbetonbau  GmbH & Co. KG im Auftrag der Berliner Wasserbetriebe erstellt. Die Tiefbaumaßnahme in der Huttenstraße im Berliner Stadtteil Moabit wird in geschlossener Bauweise durchgeführt und ist Bestandteil eines Maßnahmenkatalogs, mit dem der Auftraggeber Überstauungen im Einzugsgebiet des Abwasserpumpwerks Tiergarten eindämmen will. Zwei der drei Haltungen werden mit Stahlbetonvortriebsrohren aufgefahren. Diese werden von der HABA-Beton Johann Bartlechner KG, einem Mitgliedsunternehmen der FBS, Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V., am Werksstandort Großsteinberg gefertigt und von dort just in time zur Einbaustelle transportiert.

 

Vor allem die hohe Bestandsdichte von unterirdischen Leitungen, Kanälen und Bauwerken, das hohe Verkehrsaufkommen und die dicht angrenzende Bebauung sowie das hoch anstehende Grundwasser waren nach Aussage von Dipl.-Ing. Jens Neugebauer, Leiter Bau Kanäle und Hausanschlüsse, Berliner Wasserbetriebe, ausschlaggebend für die Entscheidung, den Neubau des Regenüberlaufkanals in geschlossener Bauweise auszuführen. „Er teilt sich in drei Haltungen von 136 m (Haltung 1: I-III), 103 m (Haltung 2: III-V) und 32,50 m (Haltung 3: V-VI) auf. Die Haltungen 1 und 2 werden aus einer Doppel-Startgrube bei Schacht III, die Haltung 3 aus einer Start-/ Zielgrube bei Schacht V vorgetrieben“, beschreibt Neugebauer den Umfang der Tiefbauarbeiten.

FBS-Qualität ab Werk

Die rund 4 t schweren Stahlbetonvortriebsrohre DN 1000 wurden aus einem Beton C 40/50 entsprechend den Anforderungen der FBS-Qualitätsrichtlinie Teil 1-1 hergestellt. Diese gilt für Betonrohre, Stahlbetonrohre und Vortriebsrohre mit Kreisquerschnitt in FBS-Qualität. Für Rohre und Schächte aus Beton und Stahlbeton gelten in Deutschland DIN V 1201 und DIN V 4034-1 für Schächte. „Die FBS-Qualität ist einzusätzliches Plus“, stellt Werkleiter Dipl.-Ing. (FH) Dirk Hensel fest.„Mit der FBS-Qualitätsrichtlinie sind die Anforderungen an Betonprodukte für Abwassertechnik erheblich gestiegen“, so Hensel weiter. „Das FBS-Qualitätssicherungssystem mit seiner umfassenden Werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) stellt eine für Rohrwerkstoffe einmalige und lückenlose  Qualitätskontrolle von den Ausgangsstoffen über die Herstellung bis zu den  Endprodukten sicher.“ Im Rahmen der halbjährlichen Fremdüberwachung  durch bauaufsichtlich anerkannte Güteschutzgemeinschaften oder Prüfinstitute, wird die  Erfüllung der Norm- und FBS-Anforderungen kontrolliert und bewertet. Hinter dem FBS-Qualitätszeichen steht damit ein Sicherungssystem, das sowohl dem Hersteller im Hinblick auf seine Produkthaftung, als auch dem öffentlichen  Auftraggeber im Sinne seiner Amtshaftung Sicherheit bietet und dem Anwender von FBS-Kanalbauteilen eine hohe Qualität garantiert.

Nach dem „Kaffeemühlen-Prinzip“

Mit einem Spezialtransporter werden die Stahlbetonrohre zur Einbaustelle transportiert und vor Ort mit dem Mobilkran in die Startgrube gehoben. „Die Herstellung der Start- und Zielgruben erfolgte in Wand-Sohle-Bauweise mittels Spundwandverbau und Unterwasserbeton bzw. Hochdruckinjektion“, erläutert Dipl.-Ing. Tim E.E. Becker, Hans Lemme Hoch-, Tief- und Stahlbetonbau GmbH & Co. KG. An den Schächten I und VI bindet der neue Regenüberlaufkanal in das vorhandene Kanalnetz ein, so dass diese Baugruben jeweils vorhandene Bauwerke und Kanäle einschließen. Somit erfolgen hier die wasserdichten Spartenschlüsse und auch die Sohlausbildungen mittels Hochdruckinjektionen. Die Rohrvortriebsarbeiten werden im Mikrotunnelbau mit flüssigkeitsgestützter Ortsbrust und Spülförderung durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird die Ortsbrust während der Drehbewegungen des hydraulisch angetriebenen Schneidrades vollflächig bearbeitet. Während des Vortriebes kann das Schneidrad der Maschine in beide Richtungen gedreht werden. „Dabei funktioniert der Konusbrecher der Maschine nach dem Kaffeemühlen-Prinzip“, so Becker weiter. „Der Boden wird mit dem Spülmedium vermischt und anschließend über die Förderpumpen durch die Förderleitung zur Oberfläche transportiert und dort separiert.“ Der Abbauraum wird mit dem Stütz- und Fördermedium über die Bohrkopf- oder Ringraumdüsen gefüllt. Die Förderung erfolgt über die Förderleitung, die an dem geschlossenen Förderkasten im unteren Bereich des Druckraumes mündet. Die Stützung der Ortsbrust resultiert aus dem Differenzdruck zwischen der Förder- und der Speisepumpe.

 

Nach seiner Fertigstellung soll der neue Regenüberlaufkanal am geplanten Trennbauwerk bei I das Niederschlagswasser bei starkregenereignissen aufnehmen und nach etwa 370 m in einem Zusammenführungsbauwerk VI in einen vorhandenen Regenüberlaufkanal in der Beusselstraße wieder abgeben. Die Beteiligten gehen davon aus, dass die Baumaßnahmen wie geplant um den Jahreswechsel 2009/2010 abgeschlossen werden können.

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